Pulver, Gerste & Skitourero

Es hat geschneit, im Glarnerland. Nicht lange gefackelt hat er, der Tourero. Tee brauen, Felle aufziehen, LVS an den Leib und kurvenreich in die Hüttenberge. Vor Wochenfrist hätte es noch so ausgesehen; Bidon füllen, Reifen pumpen, Helm auf und rein in die Pedalen. Immer wieder ein Wunder, wie uns die Natur von neuem überrascht. Selbst wenn Frau Holle über Grönland im Stau steht. Jetzt ist er da. Nicht alleine. 11 Skitoureros sind seinem Ruf gefolgt, zum Auftakt der Skitourensaison hoch über dem Walensee, am Obstaldner Hüttenberg.

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Fazit: machbar!
„Eine wunderbare Winterlandschaft hat meine Skitourenseele vereinnahmt. Ich durfte wieder einmal als Erster spuren, im frischen Schnee, bei winterlichen -11°.Tiefblicke auf den Walensee und die Churfirstenkette inklusive; traumhaft. Es sind sicherlich nicht Top-Verhältnisse, doch es reicht für ein Naturlerlebnis, im lang ersehnten, ersten Schnee. Kratzer sind garantiert, sollten die Skis aber nicht zerstören. Für erste Spuren und Spitzkehren reicht es alleweil…“

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Ehrlich währt am längsten
Hat es genug Schnee, wie ist das Wetter, welchen Gipfel stürmen wir? Sind es nicht immer diese Fragen, vor jeder Tour? Mit obigem, vorabendlichen E-Mail hat der Tourero diese auf seine Art beantwortet und letzte Zweifel ausgeräumt, als er im Nachsatz in die Tastatur tippte „ich komme mit den nigel nagel neuen Tourenskis“. Nein, es muss nicht immer perfekt sein, viel Schnee, wenn 30-40cm flauschiger Pulver die gefrorenen Maushaufen kaschieren. Nein, das Wetter hat sich auch samstags nicht an die Prognose gehalten, weit besser. Nein, einen Gipfel braucht es nicht, ein paar namenlose, jungfräuliche Hänge, kombiniert. Machbar!

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Frohe Skitourero-Schar zieht bergwärts

Die Novizen genossen Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft der Arrivierten. Gar nicht einfach, bis alles aufgezogen, verstaut und festgezurrt am Rücken sitzt. Materialschlacht. Ausgelassen knirscht das Dutzend Schritt für Schritt empor, gemächlich. Unverspurtes, weit und breit. Kein Mensch, doch, wir. Wie hat es der Verkäufer erklärt? Beim Abfellen stellen sich ein paar technische Klippen. Das neuste Material hält Überraschungen bereit, wenn die Ingenieurs-Logik nicht auf Anhieb einrastet. Hinab, durch den Pulver. Ohne Gebrauchsanleitung.

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Verspritzte Gesichter

Lachen und Gejohle schallen den Berg. Es stiebt und Gischt wirbelt. Traumhaft, zum Saisonauftakt mit der Schneequalität „grand cru“. Die Rückmeldungen vom Boden nehmen wir wahr, lassen uns aber die Laune nicht verderben. Spurlos folgen wir der Schwerkraft und gleiten über den weissen Flausch tiefer, ins Tal. Ritsch und ratsch. Die Felle sitzen zum Zweiten, die Novizen brillieren, Bestzeit. Ruhe kehrt ein. Andächtig schlurfen die Skitoureros empor. Spitzkehren. Weiter, so hoch wie möglich. Fjordblick, oh schöner Walensee.

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Freude kugelt sich im Schnee

Die Zweite. In neuer Geländemulde, spurfrei. Es stiebt und die Meute schwingt wild zu Tale. Das bonmot, Mutige seien zu belohnen, gilt. Doppelt. Der letzte Schwung endet vor dem Bergbeizli, dessen Hund sich freudig im Schnee kugelt und am Bauch kraulen lässt. Auch unsereins hat die Nase tiefer als nötig in den Schnee getaucht, den Bart gebleicht.

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Gaumenfreuden
Wir treten ein in die warme Stube und ergeben uns den Leckereien aus Küche und Keller oder feinduftend aus der Kaffeemaschine. Die neue Wirtin Nadja, Tochter Steffi’s, verführt uns gekonnt mit Hausgemachtem. Gerstensuppe, Wähen und Kuchen – in dieser Reihenfolge. Die Wärme kriecht in die Glieder. Der Rahmen indem Geschichten aufleben und Neues entsteht. Als wir ins Freie treten, hat die Dämmerung eingesetzt, doch sie sind noch da – die Kunstwerke, Pulverschwünge in Endlosschlaufe. Die Ersten, aber nicht die Letzten.

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2 Kommentare zu “Pulver, Gerste & Skitourero

  1. Wir warteten gespannt auf René’s Tourdetails am Vorabend – eisige Kälte und wenig vom Wind verfrachteter Schnee liessen uns annehmen, dass es wohl nichts werden würde mit dem Schnuppertürli … Doch der Tourero hat mal wieder tief in seinem Fundus gegraben und ein perfektes Programm hervorgezaubert: Windgeschütze unberührte Hänge mit Fjordfeeling und Hüttenabschluss. Fazit: Ein toller Tag in der Natur mit echt coolen Leuten!

  2. Da Melanie und Ich alles gegeben haben beim Einkaufen der ganzen Skitourenausrüstung ;-)… habe ich auch gezittert und gedacht aus dem Azubi-Schnuppertürchen wird wohl nicht’s…
    Da wir René jetzt doch auch schon eine weile kennen und wissen, dass er nicht’s dem Zufall überlässt und fast Berge versetzen kann..
    Super wir hatten einen HAMMER Schnuppertag bin schon fast „duzies“ mit meinem neuen Material und Danke auch an unser cooles Raspberry-Unterhopfungs-Grüppli „mieär sind scho huerä tienig cheibää… :-)) „

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