Sibirien im Klöntal, richtig fett

Diesen Blog-Beitrag schreibt sie. Ihre Ausdruckskraft und der Tatendrang sind kaum in Worte zu fassen. Wenn man mit ihr einmal unterwegs gewesen ist, weiss man, weshalb man auf sie auch länger wartet, wenn sie verspätet am Startort erscheint. Ihr kühler Charme gepaart mit Unberechenbarkeit beeinflusst unsere Stimmung. Ihre Anwesenheit, ihre Aura, etwas stolz sind wir schon, sie dabeizuhaben, bei der Première des Klöntal Fatbike-Camp vom 13.-14. Januar 2017. Und wenn sie loslegt, bleibt unsereins; Gamaschen festzurren, Kragen hoch, Googles runter und rein, in die Fatbike-Pedalen. Willkommen im Peleton; Frau Holle.

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Schneeketten nur für’s Auto

15 abenteuerlustige Biker/innen aus der ganzen Schweiz und gar aus Deutschland haben den weissen Weg ins glarnerische, sibirische Klöntal gefunden. Bereits die Anreise bot eine Prüfung; Schneeketten montieren. Während die schneebedeckten Strassen die Autofahrer ins Schwitzen bringen, euphorisieren sie uns Fatbiker mit perfekten Verhältnissen. Der warme Empfang im Klöntaler Hotel Rhodannenberg nährt Spirit und Vorfreude.

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Fettes Schneereich Glarnerland

Das Glarnerland wurde in den letzten Tagen reichlich mit Neuschnee eingedeckt, über 50cm sind bereits gefallen und unsere Teilnehmerin hat noch mehr davon in Aussicht gestellt. Bis die breiten Reifen erstmals im Neuschnee spuren, bedarf es an Geduld. Pedalen montieren, Sitzposition einstellen, Reifendruck justieren und die Beleuchtung montieren. Selbst die Thermosflasche gilt es mit warmen Tee zu füllen. Die Meute knirscht los, durch den Pulverschnee.

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Enduro-Trail mutiert zu Weissflow

Erneut hat sie 15cm Weiss auf die bereits schneebedeckte Strasse gezuckert. Gekonnt zieht Lukas Stöckli die erste Spur und die Fatbike-Schar folgt im en fil indienne, wie Indianer auf einer Perlenkette aufgereiht. Wer die schmale Spur verlässt, spürt den Widerstand sofort. Mit viel Gespür und Geschmeidigkeit kurbelt das Fatbike das Pässchen empor. Mit roher Kraft ist nichts auszurichten.

Jauchzer und Stille

Im Sommer bietet der Trail knackige Herausforderungen. Wurzeln, Spitzkehren, Treppen und Felsen. Tief eingeschneit wird das anspruchsvolle Weglein mit der üppigen Flockenpracht zum Flowtrail gepinselt. Die Herausforderungen sind anderer Natur. Aus den Hüften balancierend, immer der Ideallinie folgend. Freuden-Jauchzer dringen durch die Stille. Unbeschreiblich das Gefühl, wenn die Serpentinen gecarvt werden können. Bereits flöckelt sie wieder, unsere Begleiterin.

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Adrians Glühwein wärmt Fatbikers-Herz

Schon von weitem riechen wir ihn. Nicht Adrian. Seinen Glühwein. Das Feuer knistert. Stille hat sich über das Klöntal gelegt. Nur wir, umrahmt von gewaltiger Natur. Obwohl das Thermometer bei -10° verharrt, feuert Adrian an, im Freien. Aus Obelix‘ Zaubertrunk muss es ähnlich geraucht haben. Die Wirkung? Aaaaah, wohltuend, Wellness für die Seele. Erwärmend, der Empfang des Rhodi-Teams. In der Älplerstube wird aufgetischt, an Appetit mangelt es nicht, dank den nächtlichen Trail-Touren. Geschichten machen die Runde und strahlende, von der Kälte gerötete Gesichter werden müde und fallen in die kuschelweichen Decken. Nur Eine nicht.

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Nachtschicht für einen Halben

Während der Letzte im Zimmer verschwindet und die Decke über die Ohren zieht, tritt sie nach Draussen. Stille. Die ganze Nacht arbeitet sie durch, so hat sie es uns versprochen und morgen sei sie wieder im Sattel. Als wir uns den Schlaf aus den Augen reiben, staunen wir nicht schlecht. Weitere 50cm Neuer ist gefallen. Unsere Frau Holle hat Wort gehalten. Nach dem schmackhaften Frühstücksbuffet, eröffnen wir den zweiten Streich im Klöntaler Schneereich.

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Reifenknirschen im Pulverschnee

Diese Ruhe. Kein Mensch, weit und breit. Einzig das Knirschen unserer Reifen, im tiefen Pulverschnee. Natur pur. Klar, etwas Körner braucht es schon. Doch das Privileg, heute im glarnerischen Klöntal, den tiefsten Winter zu erleben ist erhaben. Dichter Flockentanz, Kälte, Wind und immer wieder der Balanceakt, um in der Spur zu bleiben. Dieser Tag hinterlässt tiefe Spuren, auch bei uns. Auf einmal mutiert eine sonst rasante Abfahrt zum kräftigen Fatbike-Erlebnis. Frau Holle, wir verneigen uns.

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Au revoir Frau Holle im Klöntal 2018

Herzlichen Dank an das geniale Rhodannenberg-Team, Kilan Marti von der Südostschweiz und Benno Kälin von TeleZüri für die Begleitung und die wunderbaren Berichte. Am Fr-Sa 12.-13. Januar 2018 steigen Lukas Stöckli und der Tourero im Klöntal wieder in die Fatbike-Pedalen. Frau Holle hat sich bereits spontan dazugesellt.

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Bildergallery

Bericht TeleZüri 14.1.17

Noch mehr TeleZüri 14.1.17

Bericht Südostschweiz Glarus 17.1.17

Kommentar zu “Sibirien im Klöntal, richtig fett

  1. Lieber René, wieder einmal durfte ich mit dir (und Luki) eine Bike-Tour der extraklasse miterleben! Diesmal in so wunderschöner nächtlicher Winterathmosphäre im traumhaften Klöntal unterwegs auf dicken Pneu! Wiedermal in einer super Runde und mit jede Menge Spass, super Stimmung und toller Versorgung! Einen riesen Dank, dass ich wieder einmal dabei sein durfte und ich freue mich beteits auf das nächste gemeinsame Abenteuer auf dem Velo-Sattel! Herzliche Grüsse, Lisa

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