zackig die Churfirsten gerundet

Das war sie also, die Ronda. Es lockte die Umrundung der wohl markantesten Bergkette der Schweiz. Churfirsten-Ronda. Gepaart die Hoffnung, trotz unvorteilhafter Prognose, die Blicke auf diese Kalkzacken mögen nicht im Nebel oder Regenwolken enden. Wie zumeist, es kam anders, als prognostiziert, als man denkt. Ein mächtiges Abenteuer, nächtliche Kulinarikfeuer und täglich der Ritt wild über Trails im glitschig, matschigen Kleid.

Da zieht sie ein. Nicht gerade zimperlich. Auch geizt sie nicht. Sie schöpft aus dem Vollen. Die Kaltfront und mit ihr Regen, Dauerregen, keine 10°, trocken mein Blick aus dem Bürofenster. Morgen startet „la Ronda“, die Churfirsten-Ronda. Kaum vorstellbar, dass sich zum Tourstart der Himmel blau, gar wolkenlos zeigen soll.

Die gut gelaunten Trailbiker sind gefasst. Bitterkalt. Der Schloss-Stutz lässt die Wärme zirkulieren, nur gut, dass es aufwärts geht. Die Stimmung, bereits erhöht. Alles andere als inszeniert, Tradition, Alpabzug. Dieser Werdenberger Sente haben wir bereits im Vorjahr spaliert. Bestimmung.

„Nicht so gut“ sei er gewesen, der Alpsommer. Erstaunlich, aus Bikeroptik. Den schmackhaften Alpkäse soll es aber auch dieses Jahr geben, Erleichterung. Einem ersten Trailspektakel folgt Pflicht, Höhenmeter nature, eine Bergankunft resultierend.

Bevor wir die Senkmägen für das beste Wildbuffet bereithielten, öffneten wir die Tür zur Geschichte. Wie karg und einfach die Walser im 13. Jahrhundert diese Hochebene bewohnten, zeigte der Blick ins „Rothuis“, ins alte Rathaus, einem typischen Strickbau. Nicht annähernd so strapaziös aber doch unter Grosseinsatz der Kräfte, drücken wir unsere Räder durch Schlamm, holpern über Viehtritte und wischen Dreck aus dem Gesicht. Kurzweilig war er, der Abend in den historischen Gemächern, erfrischend die Begegnungen, unglaublich die Geschichten, es rundete munter weiter, der Appetit fürs Erste gestillt.

Weiter geht sie, die wilde Fahrt. So wild, dass uns gleich dutzende Gämsen – unbeindruckt äsend – den Weg säumen und mächtig in Gestalt, unverkennbar am Horizont, selbst zwei Steinböcke, interessiert, gewahrt in Distanz. Gewiss erkannt, unsere friedliche Mission, lediglich Trailjagd.

Prachtsexemplare sind erlegt, monumental, fordernd, alpin, schmal, rutschig, schwindelerregend im auf- und abwärts Gang. Die Sinne geschärft, der Blick klar, das Erlebnis wunderbar. Nur die Hochzeitsgesellschaft hat unsere Träume kurz unterbrochen. Fruchtbares Pflaster. Hellwach runden wir weiter und weiter. Schleierhaft ist nur der Nebel, der sich an unsere Räder haftet.

Wir runden, runden und leiden. Diese Rampe, etwas vom Härtesten weit und breit, schotterig, steil, rutschig, fordernd, der Puls erhöht. Der Blick knapp über den Lenker, Ideallinie. Keuchend, tief der Atemzug, die Wanderer erstaunt, kein Applaus. Kaum etwas aufgerichtet, der Blick schweift und siehe da, der Nebel weicht, sie stehen da. Zackig sind sie schon, die sieben Firsten, auch im Toggenburg.

Trail- statt Streutanz. Immer während Eleganz. Freude strahlend, Hindernisse querend, da ein Hüpfer, einer sprang, märchenhaft der Wald uns verschlang. Da, ein Jauchzer! Erhellt die Still, kein Ende dieser Trailtag nehmen will. Angekommen in Glückseligkeit, noch vor dem Wolkenbruch laben wir uns bei Freunden am edlen Dunkeln aus Keller Sonnenbräu’s.

Oh wie wahr und letztlich hell, verging doch unsere muntere Churfirsten-Runde zackig schnell. In Erinnerung noch blau, Tourero’s Dank an die Trailfreunde gebührend, verbleibend bis zum Appell, in aller bälde, die nächste prickelnde Trailrunde führend.

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