flockig durchs Schaffhauserland

Schaffhausen und Glarus. Stoll und Tourero. Weitblick vom Randen auf das Vrenelisgärtli. Eine Glarner Wirtin im Klettgau. Und nun noch der Schnee, der den „Jüppä Frigg“ (alias Landespatron Fridolin) mit dem Schaffhauser-Bock verbindet. Eine gute Kombination. Ins muntere Teilnehmerfeld geschlichen hat sich Väterchen Frost. Genüsslich an den Gestaden des Rheins das Nachtessen im Freien zu geniessen. Kein Traum.

Am Vorabend versprühte der hohe Trail-Norden reichlich Flair. Die Fischkreation aus der Gildeküche und der „Aagne“ schmecken vorzüglich. Die Abendsonne lässt mich die Augen kneifen. Kaum zu glauben, dass beim Tourstart alles anders werden sollte. Kaum eingeklickt, prasselt es auf den Helm. So bereitet das Pick-Nick im Freien wenig Freude. Spontan umgeplant, eine warme Gaststube mit Suppe im Bauernhof reserviert.

Der Aufwärm-Trail zeigt sich im nassen Kleid weit anspruchsvoller. Gut so. Vermitteln Thomas  Stoll und meine Wenigkeit nicht nur Trailgeheimnisse im Blauburgunderland, Gastronomie- und Kultur-Highlights, auch an der Fahrtechnik feilen wir. Das Reifenprofil gefüllt. Wir kontern feinfühlig und dosiert mit Steuer- und Bremstechnik.

Die Kälte setzt uns zu. Noch ein kurzes Abfährtchen und rein in die warme Stube. Ich traue mich kaum mit meinen schmutzigen Radgenossen die Bauernwirtschaft zu betreten. Die Wirtin winkt uns freundlich hinein. Bald triefen die Regenjacken vom Kachelofen und die hausgemachte Suppe wärmt auch die Seele. Noch ein Kaffee, ein Stück Kuchen und es folgt die Härteprüfung. Raus, in die Kälte, zähneklappernd in den Regen. In Sprinter-Manier hechten wir zurück zum Abfahrtstrail. Die Bobbahn verzückt dermassen, dass das Wetter zur Randnotiz verkommt.

Abends, bei bestem Wetter, fallen sämtliche Kleider in die bereitgestellte Wäsche-Zeine. Excellence aus Küche und Keller verstärkt das Erlebte und schweisst zusammen. Déjà-vu. Genau zum Tourstart, fällt das kühle Nass vom Himmel. Glitschig präsentiert sich der Rheintrail. Kalt wäre das Bad. Wärme versprüht der Empfang der Bäckerin in der mit Erker verzierten Altstadt Schaffhausens. Die 15%-Rampe, ein Segen, dankbare Warmfront.

Am Stadtrand verschlingt uns ein weiterer Singletrail, glücklicherweise bergwärts, Wärmespender erster Güte im auf und ab, schmalster Form. Plötzlich springt eine Hirschkuh knapp vor mir über den Trail. Mit uns hat niemand gerechnet. Kein Mensch, kein Biker, kein Fussgänger. Exklusiv, die tapferen Stoll-Tourero’s auf den Schaffhauser-Trails. Arrivée auf dem Randen. Es kübelt. Der Geräuschpegel steigt, fröhliches Gelächter im Speisesaal. Feinkost aus der ausgezeichneten Randen-Küche, rote Backen, eine Runde Appenzeller. Bunter Abend, reichlich Geschichten, die Protagonisten in Hochform.

Der dritte Streich, eine facettenreiche Singletrail-Triplette. Cima Coppi erklommen, schleudert uns der längste Singletrail Schaffhausens. Nochmals kurbeln wir uns Wärme in die Glieder und tauchen flink und kurvig in den Klettgau. Auch kulinarisch naht der Höhepunkt. Ein kurzes Telefon und es wird eingeheizt. Zuerst auf dem Trail und dann knistert es bei Steini, sein Tipi-Zelt bereits wohl temperiert. Die extra für uns zubereitete Suppe kann es mit jedem Gault & Millau Menu aufnehmen. Wohlig warm in Zeltes Innern, tanzen oh là là… die Schneeflocken im Freien. Kein Zufall, bereit für die wilde Weiterfahrt.

Wäre da noch die Geschichte von Frau Elmer. Der Glarner- gar Kleintaler-Dialekt verrät sie; eine Waschechte. Wo der Schaffhauser-Bock neben Fridolin flattert, gilt es einen Besuch abzustatten. Freundlich bittet sie uns Schmutzlis in Ihre Gaststube. Vor über 30 Jahren sei sie ausgewandert, aus Elm in den Schaffhauser Klettgau. Wenn das kein gutes Omen ist, um eine erlebnisreiche Schlechtwetter-Tour mit einem Eidgenoss abzurunden.

Das Fazit der Geschichte; es gibt kein schlechtes Wetter. Nur Motivation, Begeisterung, Teamspirit! Fahrtechnisch haben wir im Schaffhauserland maximal profitiert, präsentierten sich Wurzeln, Steine und Waldböden weit anspruchsvoller als trocken gekleidet. Dank gebührt Thomas Stoll für die Gastfreundschaft und Geri Stoll für den Gepäcktransfer.

Kommentar zu “flockig durchs Schaffhauserland

  1. Konnte endlich mal ausgiebig meine Regenklamotten und das das supertolle Stollbike testen und bin begeistert! Das war wieder ein cuvée prestige!

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